Asakusa (浅草, ausgesprochen Asak’sa, dt. flaches Gras) lag früher im Nordosten vor den Toren Edos, dem heutigen Tokyo, am Ufer des Sumida‐gawa. Hier befand sich ein wichtiger Hafen und Reisspeicher des Shogunats. Der Fluss nahm eine zentrale Rolle im Leben der Bewohner ein, die Bereitstellung von Wasser für den täglichen Gebrauch und für die Landwirtschaft, sowie zu Transportzwecken für Menschen und Güter.

In der Edo‐Zeit gewann die Schifffahrt auf dem Fluss zusehends an wirtschaftlicher Bedeutung. Das Viertel war von urbanem Stil (iki) und Galanterie (inase) geprägt und war von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg ein Vergnügungsviertel, das mit Theater, Literatur, gutem Essen und Erotik aufwartete. Die Blütezeit des Viertels beginnt im 17. Jahrhundert als der Prostituiertendistrikt Yoshiwara hierher verlegt wird. Im 19. Jahrhundert etabliert sich die Theaterkunst vor allem in Form von Kabuki.

HANAYASHIKI VERGNÜGUNGSPARK (2)

Gleich gegenüber vom Sakura Hostel (1) liegt der Hanayashiki Vergnügungspark (2) (2‐28‐1 Asakusa, Taito, Tokyo). Eröffnet wurde dieser als Blumenpark und besteht seit 1853. Heute ist er ein kleiner Vergnügungspark mit dem Motto: „So old and small ‐ How fun!!“ Geöffnet ist der Park Mittwoch bis Montag von 10.00 bis 18.00. Eintritt: 900 Yen für Erwachsene, die Attraktionen sind extra zu bezahlen. (Free Pass 2.200 Yen).

In der Sushiya‐dori (3) gibt es eine Vielzahl von Restaurants, die Tempura und andere japanische Spezialitäten anbieten, sowie Bars und Cafés. Tempura sind frittierte Speisen mit einem Teigmantel aus Weizenmehl, Ei und Eiswasser. Auf diese Weise werden Fleisch, Fisch, Pilze und verschiedene Gemüsesorten sowie Sprossen und Blätter in 140 bis 190 °C heißem Öl zubereitet.

Weiter geht es auf der Kaminarimon‐dori, wo viele weitere Restaurants zu finden sind. Eine kleine, enge Straße, die auf die Kappabashi‐dori führt, ist gesäumt mit vielen kleinen Tempeln. Der größte unter ihnen ist Honzan Higashi Honganji Tempel (4).

Die Kappabashi‐dori (5) ist die größte Einkaufsstraße für Küchenartikel in Japan. Wachsnachbildungen der angebotenen Speisen in Restaurants werden hier ebenso verkauft wie Geschirr und Utensilien für die Herstellung spezieller Gerichte. Sobald der riesige Kopf eines Kochs an einem Eckgebäude (Niimi) auftaucht ist es Zeit links in die Asakusa‐dori abzubiegen, die zum Sumida‐gawa Fluss führt.

Die Komagata Bridge (6) führt über den Fluss und nach ein paar hundert Metern erreicht man den Tokyo Sky Tree (7).

TOKYO SKY TREE (7)

Im März 2011, erreichte der Tokyo Sky Tree eine Höhe von 643m und ist seit dieser Zeit der höchste Turm und nach dem Burj Khalifa das zweithöchste Gebäude weltweit.

Nachdem der Tokyo Tower (333m) nicht mehr ausreichte, digitale TV- und Radioprogramme flächendeckend auszustrahlen, wurde der noch höhere Tokyo Sky Tree errichtet, um Interferenzen wegen der zahlreichen hohen Gebäude in Tokyo zu verringern.

Neben den Sendeanlagen bietet der Sky Tree eine Shopping Mall in der Sockelzone (Plaza) einige Restaurants und Aussichtsplattformen in 350 und 450 Metern Höhe.

Öffnungszeiten: 8:00 – 22:00 Eintrittspreis: 2500,- Yen +1000,- Yen um über einen gläsernen Aufzug bis auf 450m Höhe zu gelangen.

Zurück Richtung Fluss liegt direkt am Ufer des Sumida-gawa der nächste Programmpunkt.

ASAHI BEER HALL (8)

Das Gebäude – leicht zu erkennen an der goldenen Flamme am Dach – ist eines der Hauptquartiere der Asahi Brauerei. Der französische Designer Philippe Starck hat es entworfen. Es wurde 1989 errichtet. Die Form des Gebäudes soll einem Bierglas ähneln. Die Flamme soll die zwei herausragenden Charakteristika des Asahi Biers darstellen: das brennende Herz und die Schaumkrone.

Dieses Konstrukt moderner Technik ‐ gerne als goldener Scheißhaufen (kin no unchi) bezeichnet ‐ wiegt 360 Tonnen und wurde von Schiffsbauern gefertigt.

Das gold‐schimmernde Gebäude daneben, ebenfalls Teil der Brauerei‐Headquarters, ist an die Form eines Bierkrugs angelehnt. Hier sind Büroräumlichkeiten untergebracht.

Über die Azuma Brücke (9) geht es wieder über den Sumida‐gawa. Jede Brücke am Sumida‐gawa hat ein einzigartiges Aussehen und Ende Juli ist der Fluss Schauplatz des Fireworks Festival.

Am Sumida‐gawa verkehren überdachte Boote. Der Kurs am Sumida‐Fluss an der Bucht von Tokio über Odaiba Rainbow Brücke ist die meistgebuchte Fahrt und kostet etwa 10.000 ¥. Wasserbusse sind flachere Boote, das unter den niedrigen Brücken am Sumida‐Fluss fahren können. Seit 2005 fährt auf der Sumida River Line ein neuer von dem Mangaautor Reiji Matsumoto entworfener Wasserbus namens Himiko.

SENSOJI TEMPEL

Die Kamarimon‐dori führt uns zum ersten Tor der Tempelanlage Senso‐ji, dem Kaminarimon (10) (Donnertor). Es ist ein beliebtes Postkarten‐ und Fotomotiv für Japaner gleichermaßen wie für Touristen. Es ragt 11,7 m in die Höhe und hat eine Breite von 11,4 m. Erstmals erbaut wurde das Tor 942 von Taira no Kinmasa. Damals stand es an einem anderen Ort nahe Komagata. 1635 wurde es an dieser Stelle neu errichtet, brannte aber bereits 4 Jahre nach seiner Erbauung ab, und musste nach etlichen Zerstörungen immer wieder neu aufgebaut werden.

1960 wurde das Tor wie es hier heute steht gebaut. Im Kaminarimon selbst stehen vier Statuen: Fujin und Raijin – der shintoistische Wind‐ und Donnergott an der Eingangsseite – Tenryu und Kinryu – buddhistische Gottheiten im Inneren des zinnoberroten Tores. Im Durchgang des Tores hängt eine 4 metergroße rote Laterne, die eine Nachbildung aus dem Jahr 2003 ist. Hinter dem Tor befindet sich die traditionelle Geschäftsstraße Nakamise „Straße zwischen den Läden“, wo Souvenirs und Devotionalien angeboten werden.

Vorbei an der Sensojikodomo Bücherei (11) und dem Chingo‐do Tempel (12) zur Linken gelangt man zum Hozomon (14).

Das innere Tor der Tempelanlage ist ein zweistöckiges Tor, das viele Tempelschätze beinhaltet. Im ersten Stock befinden sich zwei Statuen und drei Laternen. Es ist 22,7m hoch und 21m breit. Hozomon wurde ebenfalls 942 von Taira no Kinmasa erbaut und brannte mehrere Male nieder. Die heutige Stahlbetonkonstruktion mit feuerbeständigen Materialien stammt aus dem Jahr 1964. Seitdem werden die wertvollen Sutras des Tempels hier aufbewahrt. Der Weg zum Haupttempel ist gesäumt von Ständen die Souvenirs, Tempelzubehör, Obento und Omiyage verkaufen.

Das Hozomon beherbergt zwei idente Statuen, die rechts und links des Südeingangs des Tores stehen. Sie stellen Nio, den Schutzgott von Buddha dar und erreichen eine Höhe von 5,45 Meter. Das Tor wurde einst Niomon, nach eben diesen Schutzgöttern benannt.

Natürlich dürfen auch in diesem Tor die großen Laternen nicht fehlen. Die größte ‐ mit 3,75 Metern Höhe ‐ und auch berühmteste unter ihnen ist eine rote chochin, die in der Mitte des Durchgangs hängt. Ihr Gewicht beträgt 400kg. Die Laterne stammt aus dem Jahr 2003, die aus Spenden der Bewohner des Dorfes Funamachi finanziert wurde. Deshalb trägt die Laterne auch den Namen dieses Dorfes. Die anderen zwei Laternen (toro) sind um einen Meter kleiner, bestehen aus Kupfer und wiegen jeweils fast 1000kg.

Etwas versteckt liegt Benten‐do Tempel (15) rechts des Hozomon Tors. Die Legende besagt, dass Senso‐ji (17) auch Asakusa Kannon genannt 628 gegründet wurde. Als zwei Brüder beim Fischen eine Statue der Gnadengottheit Kannon rausfischten ließ der Bürgermeister einen Tempel für sie bauen. Zur gleichen Zeit soll ein goldener Drache aus dem Himmel zur Erde geflogen sein. Es ist das älteste Tempelareal Tokyos. In der Edo‐Zeit (1600‐1868) war der Tempel bei Volk, Shogunen und Samurai sehr beliebt, wodurch sein großer Reichtum begründet liegt. Bis heute ist es ein beliebtes Wallfahrtsziel.

Senso‐ji ist nicht mehr in seiner originalen Ausführung vorhanden. Er wurde 1958 bzw. 1973 nachdem er im Krieg zerstört wurde, wieder nachgebaut. An der rechten Seite des Haupttempels befindet sich eine Wasserstelle, zur Reinigung bevor ein Tempel betreten wird. Und auf der linken Seite steht eine 5‐stöckige Pagode (13), die die Asche Buddhas beherbergen soll.

Neben der Haupthalle steht der Asakusa‐Jinja‐Schrein (16) 1649 zu Ehren der beiden Fischer errichtet, die die Kannon‐Statue aus dem Fluss gefischt haben.

ASAKUSA ONSEN

An einen Eckgebäude direkt neben dem Tempel liegt das Asakusa Onsen (18), ein öffentliches Bad, wo man in heißem Quellwasser badet. Dieses Bad wird gerne von der lokalen Bevölkerung als auch von Touristen besucht. Das Baden in 40°C heißem, mineralsalzhaltigem Wasser ist in der japanischen Kultur stark verankert. Das mit Sodiumchlorid angereicherte Thermalwasser ist besonders für Rheumakranke und andere Nervenkrankheiten wohltuend. Neben den heißen Becken werden auch verschiedenste Massagen angeboten. Das Bad ist von 6:30 bis 18:00 geöffnet. Der Eintritt kostet an die 700 Yen.

 

QUELLEN

http://de.wikipedia.org/wiki/Asakusa

http://www.tokyo.world‐guides.com/tokyo_attractions.html

http://www.hanayashiki.net/e/index.html

http://www.univie.ac.at/rel_jap/bauten/bekanntetempel.htm#asakusa

http://www.japan‐i.jp/index.html

http://www.japaneselifestyle.com.au/tokyo/tokyomap.htm

http://www.sacred‐destinations.com/japan/tokyo‐map

http://www.asiarooms.com/travel‐guide/japan/tokyo/sightseeing‐in‐tokyo/asakusa‐kannon‐onsen.html

http://sbarnhill.mvps.org/Japan/Attractions/Sensoji.htm

http://www.senso-ji.jp/