Infrastruktur

Der Ausbau des Straßennetzes und des Schienennetzes begann in der Meiji-Zeit. Vor der Meiji-Restauration wurden Straßen vor allem aus zwei Gründen genutzt. Einerseits zur Kontrolle der Durchreisenden und andererseits auch zur Reduktion und zur Beschränkung der Reisemöglichkeiten für mögliche Feinde. Wichtig dabei ist, dass die 5 Fernstraßen, die damals von Edo aus weggingen, heute noch in ihrer Struktur erkennbar sind.
Wenn man sich die Situation der Infrastruktur in Japan ansieht, so bemerkt man als erstes, dass in Japan Linksverkehr herrscht. Als angeblicher Grund für den Linksverkehr wird in dem Umstand gesehen, dass beim Bau des Schienennetzes Japan von britischen Ingenieuren unterstützt wurde und somit auch der Linksverkehr übernommen wurde.
Weitere Fakten, welche positiv für die Infrastruktur sprechen, sind vor allem das gut ausgebaute Straßen sowie Schienennetz. Dazu gibt es später mehr Infos.
Die Bedeutung der Straßen reduzierte sich ab dem Einzug der Eisenbahn im Jahre 1872 bis zum Jahr 1960, wo die Motorisierung immer mehr an Gewicht gewann.
Eine weitere wichtige Besonderheit der Infrastruktur in Japan ist sicherlich der Shinkansen, aber auch die Flughäfen sind von Bedeutung. Diese werden teilweise auf aufgeschütteten Inseln gebaut, aufgrund von Platzmangel. Gerade dieser Platzmangel ist in Küstennähe eine sehr große Herausforderung für die Infrastruktur.
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Foto: Verschiedene Modelle des Shinkansen, Quelle: www.ieice.org
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Foto: Flughafen Kansai, Quelle: www.bestnweb.com

Autoindustrie

Wenn man von der Infrastruktur Japans spricht, so ist es auch wichtig, den Blick auf die Autoindustrie zu werfen. Japan ist der größte Autohersteller. Die Wurzeln der japanischen Autoindustrie  liegen im Jahr 1904, als der Yamaba- Dampfbus gebaut wurde. Anschließend kam 1907 das erste benzinbetriebene Fahrzeug. Fortan begann die japanische Autoindustrie ihren Siegeszug. Vor allem Toyota ist hier zu erwähnen, weil das Unternehmen das größte nach Umsatz und der Anzahl an produzierten Fahrzeugen ist. Mit der Gesamtzahl an produzierten Fahrzeugen, liegt Japan an dritter Stelle noch hinter China und den USA.

Straßenverkehr

Wie schon zuvor geschrieben, gibt es ein sehr gutes Straßennetz in Japan. Sicherlich gibt es Regionen wo dies nicht der Fall ist, diese sind aber sporadisch in ländlichen Gebieten zu finden.
Auffällig am japanischen Autobahnnetz sind die häufigen Verzweigungen und die starke Konzentration auf den Pazifik-Küstengürtel. Das Hinterland ist zwar ebenfalls hervorragend durch Schnellstraßen und Autobahnen erschlossen, jedoch ist das Verkehrsaufkommen geringer als in Städten wie Tokyo oder Yokohama.
Weiters zu erwähnen ist die Mautgebühr. Diese richtet sich in erster Linie nach dem Fahrzeug (PKW oder LKW) und nach der gefahrenen Strecke. Bei einigen mautpflichtigen Landstraßen (eher selten) fangen die Mautgebühren bei umgerechnet ca. 1 Euro an und bei Autobahnen muss man mit Gebühren ab ca. 5 Euro für die ersten Kilometer rechnen.
Weitere Besonderheit ist der Shakoshomei (Parkplatznachweis). Aufgrund des Platzmangels in den Großstädten ist in den meisten Präfekturen der Betrieb eines Autos nur mit einem sogenannten ,,Shakoshomei”, dem Beleg einen eigenen Parkplatz zu besitzen, erlaubt. Ein solcher Parkplatz kostet im Monat ca. 10.000 Yen.
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Foto: seidenpriester.wordpress.com
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Foto:www.farmofminds.com

Schienennetz

Schon in der Edo-Zeit gab es Befürworter, dass große Städte miteinander verbunden werden sollten, vor allem Tokyo und Yokohama. Harry Parkes war ein Abgesandter der britischen Krone und leitete den Erneuerungsprozess ein, indem er verkündete, dass Errichtung und Betrieb einer Eisenbahn ein hilfreiches Mittel zur Modernisierung des Landes darstellen würde, wenn von der Regierung geleitet. Vor allem diese Entwicklung bedeutete wirtschaftliches Exportpotential.
Vorweg kann man sagen, dass viele Veränderungen in der Geschichte der Eisenbahn in Japan vor allem durch Schuldensituationen ausgelöst wurden.
Durch die schlechte finanzielle Lage des Staates und die hohen Kosten, die der Eisenbahnbau verursachte, ließ die japanische Regierung 1880 die Gründung von Privatbahnen unter vergünstigten Steuerkonditionen für die Eigner zu. Es stellten sich schnell Erfolge ein. Bereits 1893 betrug das Streckennetz ca. 2.100 km, wobei ca. 880 km davon in staatlicher Hand waren. 1906 bis 1907 wurden diese Privatbahnen verstaatlicht, um dem Militär eine bessere Kontrolle über die Bahnen zu ermöglichen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Staatsbahn in ein öffentliches Unternehmen umgewandelt. Gründe waren wieder hohe Schulden nach dem Weltkrieg.
Bis zum Jahre 1987 wurde ein Konzept der Privatisierung erarbeitet. Danach wurde die Staatsbahn privatisiert und unter dem Dachunternehmen Japan Railways weitergeführt. Grund dafür waren Schulden, diesmal in einer Höhe von 37 Billionen Yen (umgerechnet ca. 230 Mrd. Euro), mehr als die Hälfte des Staatshaushaltes. Leider konnten bis heute die Schulden die Japan Railways übernahm (ca. 60%) nicht wesentlich gesenkt werden.
Die Organisation hat sich durch die Jahre hinweg ungewöhnlich zusammengestellt. Es gibt 7 Eisenbahngesellschaften, welche 80%  bedienen, die restlichen 20% werden von 16 regionalen Privatunternehmen bedient. Diese 7 Großunternehmen (JR) und die kleineren 16 bedienen ein Schienennetz das eine Länge von ungefähr 24000 km hat.
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Foto: Schienennetz Japans, Quelle: GUSS, 2010, S. 115
Die Besonderheit am Schienenetz ist sicherlich der Shinaknsen. Der Name steht für das Netz und wurde für die Züge selbst adaptiert.

Shinkansen

Shinkansen ist das Hochgeschwindigkeitsnetz/zug der in Japan unterwegs ist.
Die Motivation des Baus eines solchen Netzes begann schon in den 50-60er da damals die Eisenbahn zwischen 1950 bis 1993 von 90% Verkehrsaufkommens auf 35% zurückgegangen ist. Natürlich wurde die Verdrängung hervorgerufen durch den zunehmenden Autoverkehr/Individualverkehr.
Deswegen musste ein massenleistungsfähiges, schnelles, bequemes und berechenbares Verkehrsmittels, die denen des Kraftfahrzeuges überlegen sind, her. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
Der Shinkansen war geboren. Am 1.Oktober 1964 startete der Verkehr auf der Strecke Tokyo – Shin-Osaka mit 60 Zugverbindungen am Tag. Die Art der Züge wird unterschieden als ,,Hikari” (Licht), welcher die schnellere Verbindung mit weniger Stops darstellt, und als ,,Kodama” (Echo). Das Wort ,,Shinkansen” bedeutet eigentlich nur soviel wie ,,neue Hauptstrecke”, wurde aber schnell auf das gesamte Zugsystem adaptiert.
Der Shinkansen hat auch Auswirkungen ins Ausland, vor allem in Frankreich wurde diese Technologie auch umgesetzt im TGV, welche auch damals kurzfristig als schnellster Zug galt mittlerweile auch nicht mehr, in Deutschland der ICE.
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Foto: Shinkansen – Netz, Quelle: www.japan-guide.com

Verkehr am Beispiel Tokyo

Der Aufbau eines modernen Straßennetzes gestaltete sich besonders schwierig, da die Straßen der alten Hauptstadt Japans sehr eng und gewunden und für den Autoverkehr völlig ungeeignet waren. Vor den Olympischen Sommerspielen 1964 wurden jedoch strahlenförmig vom Stadtzentrum ausgehende Hauptverkehrsstraßen und Stadtautobahnen gebaut. Sie verbinden das Zentrum Tokios mit einem System von acht breiten Ringstraßen. Noch heute erkennt man die schon zuvor erwähnten 5 Fernstraßen.
Wichtig ist vor allem das öffentliche Verkehrsnetz in Tokyo. Mit dem Shinkansen und der U-bahn gibt es hier sehr gute Vernetzungsmöglichkeiten. Was noch wichtig ist, ist, dass das Auto immer mehr an Bedeutung verliert und wenn nicht der öffentliche Verkehr genutzt wird, wird das Rad verwendet wird. Es gibt sogar eigene Radgaragen.
Zur Tokioter U-Bahn einige Fakten
Inbetriebnahme: Erste U-Bahn 30.12.1927, im Vergleich Tube in London 1863, Wien 1976
Streckenlänge: 7-längste, London 3, Peking 1 mit 442km, Wien 74,6 km
Auslastung: 3,1 Mrd. Fahrgäste im Jahr; das am stärksten genutzte U-Bahn System der Welt, täglich von 7,8 mio. genutzt
Betreiber: Tokyo- Metro und Toei-U-Bahn
Besonderheiten:
Reinstopfen nur in den Spitzenzeiten
Verknüpfung und gemeinsame Nutzung mit privaten Bahngesellschaften
Verschiedene Spurweiten, Spannungen und Stromabnehmersystemeàeigene Linien

Quellen:
GUSS C. (2010), Verkehrsräumliche Betrachtungen in der Stadtregion Tokyo – Raumstrukturen, öffentliche Massenverkehrsmittel und deren gemeinsame Entwicklungen, Wien
MATHIAS (1999), Verkehr in Japan, München
de.wikipedia.org
http://www.japan-guide.com/e/e2018.html
http://english.jr-central.co.jp/about/outline.html

http://www.derreisefuehrer.com/japan/reisemoglichkeiten-vor-ort