Die traditionelle Japanische Architektur

Aus der Yayoi-Zeit gibt es keine erhaltenen Bauten mehr.

Aufgrund von Ausgrabungen ist bekannt, dass damalige Bauernhäuser strohgedeckt und mit Erdboden gebaut wurden. In Gebieten mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit hatten die Häuser bereits Holzböden

Kofun-Zeit:  Fürstengräber entstanden

Bis zur Übernahme von westlichen Bauweisen im 19.Jhd ist kein einziger Bau aus Stein errichtet worden. Dies liegt nicht nur an besserer Erdbebensicherheit, sondern auch an der Vorliebe für das Vergängliche.

Weit überhängende geneigte Dächer aus Schilf, Schindeln oder Ziegeln über dem Hauptbau.

In der geschichtlichen japanischen Architektur haben sich 3 Stile entwickelt:

Shinden Stil (vom 8. bis 12. Jahrhundert)

Shoin Stil (im 12. bis 16.Jahrhundert)

Sukiya Stil (aus dem 16. bis 19. Jahrhundert)

Tempel und Schreine

Schreine sind in der ersten Linie anhand Torii zu identifizieren (=Tore mit Wächterfiguren).

Weitere Kennzeichen: Laternen, Löwenhunde, Götterseile (=aus Stroh geflochten, symbolisiert Anwesenheit eines Gottes)

Dient zur Verehrung einer einheimischen Gottheit.

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Itsukushima Schrein (Hiroshima) (c) Elisabeth Ableidinger

Tempel sind buddhistisches Gebäude, typischerweise mit Mauern umgeben mit Toren in die 4 Himmelsrichtungen weisen (Haupttor in Richtung Süden).

Haupthalle = Zentrum des Tempels, dort werden Heiligtümer aufbewahrt (meist eine große Buddha Statue.

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Tōdai-ji Kon-dō (Nara) (c) Elisabeth Ableidinger

 

Das traditionelle Japanische Wohnhaus unterscheidet sich grundlegend von einem Europäischen Wohnhaus. Das Europäische Haus soll Schutz vor dem rauen Wetter bieten und besteht aus massiven Wänden aus Stein. Das Japanische Haus soll zunächst Schutz vor dem Regen bieten, aber auch im Sommer genügend Durchlüftung erlauben.

Bei dem traditionellen Japanischen Wohnhaus werden zuerst die Außenwände und das Dach errichtet, und dann erst die Innenwände. Da das Japanische Haus eine Art Holzrahmenkonstruktion besitzt, hat es keine massiven Außenwände, sondern zumeist Schiebewände. Das Haus kann also zu jeder Zeit geöffnet werden, und so entsteht ein leichter Übergang zwischen Außen und Innen.

Es gibt so gut wie keine Möbel in den Räumen, alle Sachen werden entweder in Wandschränken oder unter dem Fußboden verstaut, so das ein freier multifunktionaler Raum entsteht. Die Tatami Matten, nach deren Größe sich die Räume richteten, waren ein idealer Untergrund zum Sitzen, Schlafen und Gehen.

Das Dach ist zwar das wichtigste Element in der Japanische Architektur, aber es wird gehalten von einem Stützengebälk. Das Stützgebälk hat keine Aussteifung, was dazu führte, dass die Anschlusspunkte zwischen Sparrenwerk und Stütze eine große Bedeutung bekamen. Beim Tempelbau wurden diese Verbindungen zudem noch künstlerisch überhöht, um die Bedeutung der Anschlusspunkte hervorzuheben.

Das typische Wohnhaus hatte eine Hauptstütze in der Mitte des Gebäudes, die das Gewicht des Daches zu tragen hatte.

Das Dach war in der traditionellen Japanischen Architektur sehr großzügig bemessen. Es hatte große Dachüberstände, die sogar teilweise den Regen zunächst auf ein anderes Dach leiteten, bevor das Wasser den Boden erreichte.

Die “Japanische Wand” war nur ein Raumteiler oder ein Sichtschutz – sie diente weder dem Kälte- bzw. Wärmeschutz, noch dem Schallschutz. Sie bestand aus Bambus, Holz und Lehm.

Das erste Japanische Fenster wurde das “shitomido”, das durch ein nach oben geklapptes starres Holzgitter geöffnet wurde. Das “shitomido” wurde vorher auch als Tür genutzt, als Fenster wurde es nur mit einer Brüstung versehen.

In Japan gab es in den Wohnhäusern bis zum Ende des letzten Jahrhunderts noch Fußböden aus Erde und Stroh, obwohl die Oberklassen schon seit ca. 1000 Jahren einen Fußboden besaß, der durch Stützen von der Feuchtigkeit des Naturbodens geschützt wurde.

Die Tatami Matte besteht aus einer ca. 5 cm dicken Schicht aus gepresstem Reisstroh und einem Überzug aus dünnem Ried. Tatami Matten sind ca. 90 cm breit und 180 cm lang und sind somit auf die durchschnittliche Körpergröße eines Menschen abgestimmt, obwohl die Länge und Breite um ein paar Zentimeter von Region zu Region variieren können. Die Tatami Matte, die bis heute sehr stark mit der Japanischen Kultur verbunden wird, wurde entwickelt, um das Sitzen auf dem Holzboden angenehmer zu machen. Zunächst wurde die Tatami Matte als Möbel genutzt und dort eingesetzt, wo sie gebraucht wurde, bevor sie dann im 15 Jh. auch als Fußbodenbelag in den Häusern der Samurai eingesetzt wurden.

Das Teehaus:

Die einzige Funktion eines Teehauses besteht darin, der Teezeremonie einen Rahmen geben. Es ist integriert oder abgetrennt von einem Gebäude und hat eine Größe von ca. 3 – 6,5 m². Bei den traditionellen Japanischen Teehäusern gelangt der Besucher durch eine kleine Öffnung von ca. 70 x 70 cm in den Raum. Diese kleine Öffnung soll den Übergang in eine andere Welt – die Welt der Teezeremonie – besonders deutlich machen. Sogar Adelige mussten durch diese kleine Öffnung kriechen und Samurais mussten ihre Schwerter draußen lassen.

 

Quellen     :                      The InnerHarmony oft he Japanese House, Atsushi Ueda

The Japanese House, Heinrich Engel

WhatisJapaneseArchitecture, Kazuo Nishi und Kazuo Hozumi

A Japanese Touch ofyour Home, Koji Yagi

http://aoarchitektur.de

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article117362736/Wie-Japan-die-deutsche-Architektur-beeinflusst.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Japanische_Architektur

http://duepublico.uni-duisburg-essen.de – unter traditionelles Wohnhaus Japan