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ROPPONGI STATION [1]

Der U‐Bahnhof Rappongi (wörtlich übersetzt heißt roppongi „sechs Bäume“) befindet sich im Bezirk Minato. Die Station ist die tiefste Station in Tokyo. Hier kreuzen sich die „Ôedo Line“ (Toei Line, 2000 eröffnet) und „Hibiya Line“ (Tokyo Metro Line, 1964 eröffnet). Täglich benutzen mehr als 52.000 Personen die Station. Im Umkreis um die Station befindet sich eine große Anzahl von Botschaften, die Headquarters internationaler und nationaler Großkonzerne sowie der Roppongi Hills Mori Tower und das Mori Art Museum.


ROPPONGI HILLS MORI TOWER [2]

  • Architekt: Kohn Pedersen Fox Associates (Entwurf) und The Jerde Partnership (Ausführung), 2003
  • Öffnungszeiten: City View: 10:00 bis 23:00 (Freitag/Samstag bis 25:00); Sky Deck: 11:00‐20:00 (wetterabhängig, Einlass bis 19:00); Mori Art Museum: 10:00 bis 22:00 (Dienstag bis 17:00)
  • Kosten: Eintritt: ¥1,500, für Sky Deck weitere ¥500 (Kombiticket mit Museum erhältlich!)
  • Aktuelle Ausstellung: Mori Art Museum 10th Anniversary Exhibition, Roppongi Crossing 2013: OUT OF DOUBT; Dauer: 21.September 2013 – 13.Jänner 2014; Eintritt: Erwachsene ¥1.500, Studenten ¥1.000;

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Direkt mit der Roppongi Station durch einen neuen Ausgang verbunden betritt man das Atrium des 238 m hohen Mori Tower („Roppongi Hiruzu Mori tawā“), welcher mit seinen 54 Stockwerken eine Gesamtfläche von 380.000 m² (4500 m²/Etage) besitzt.

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Der Tower beherbergt neben einem Kunstmuseum auch Restaurants und Cafés, ein Kino, Boutiquen und Niederlassungen internationaler Konzerne (z. B. Goldman & Sachs, Yahoo! Japan, etc.). Dabei wird der Großteil der Flächen wird für Büros genutzt (40 Geschoße). Die Einrichtungen für Unterhaltung und Kommerz befinden sich in den untersten 6 Stockwerken. Das Mori Art Museum, welches in den 6 obersten Etagen untergebracht ist, zeigt hauptsächlich moderne Kunst und bietet von seiner Aussichtsplattform einen guten Überblick über Tokyo.

Das Gebäude an sich ist ein Beispiel neuerer asiatischer Architektur, seine geschwungene Glasfassade soll die unmittelbare Umgebung reflektieren und trotz aller modernen Elemente doch ein Gefühl traditioneller Bauweise vermitteln, welche organische Formen aufnimmt und neu interpretiert. Wie die meisten Gebäude in Tokyo steht der Turm im urbanen Gefüge autark, im Gegensatz zu den anderen Hochhäusern waren die Architekten jedoch beim Entwurf darauf bedacht, dass alle Seiten des Gebäudes gleichwertig attraktiv ausgebildet werden.


THE NATIONAL ART CENTER, TOKYO [3]

  •  Architekt: Kishio Kurokawa 2007
  • Adresse : 7‐22‐2 Roppongi, Minato‐ku
  • Öffnungszeiten: Museum: 10.00 – 18.00 (letzter Einlass: 17.30), Freitag bis 20.00 (letzter Einlass: 19.30); Kunstbibliothek: 11.00 ‐ 18.00 Uhr; Dienstag geschlossen
  • Kosten: Eintrittspreise variieren je nach Veranstalter
  • Aktuelle Ausstellung: American Pop Art: From the John and Kimiko Powers Collection; Dauer: 07.August – 21.Oktober 2013; Eintritt: Erwachsene ¥1.500, Studenten ¥1.200; Gruppenpreis: Erwachsene ¥1.300 (Adults), Studenten ¥1.000

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Das National Art Center gilt für Japan als einzigartiges Beispiel moderner Museums-einrichtungen, da es, an Stelle eine permanente Sammlung zu beherbergen, den größten Anteil an Ausstellungsflächen verschiedensten temporären Ausstellungen zur Verfügung stellt. Das Gebäude verfügt über eine Gesamtfläche von ca. 48.000 m², welche sich über 12 eigenständige Hallen, Sonderausstellungsräume, Auditorien, Seminarräume, eine Bibliothek, Shops und Restaurants erstreckt. 14,000 m² allein werden ausschließlich für öffentlich ausgeschriebene Ausstellungen, welche von verschiedenen Kunstvereinigungen organisiert werden, zur Verfügung gestellt.

Das Center ist die bereits fünfte kulturelle Einrichtung der japanischen Regierung, welche unter Schirmherrschaft der Independent Administrative Institution National Museum of Art steht (die anderen vier sind: The National Museum of Modern Art, Tokyo, The National Museum of Modern Art, Kyoto, The National Museum of Western Art und The National Museum of Art, Osaka)

Das National Art Center bildet im Bezirk Roppongi mit dem Suntory Museum of Art und dem Mori Art Museum eine Art Museums‐Triangel – alle drei Musseen veranstalten verschiedenste Ausstellungen und Events in Zusammenarbeit mit dem Ziel, Roppongi zu einem, auch für seine Kunst bekannten Ort zu etablieren.


AOYAMA FRIEDHOF [4]

Der 130 Jahre alte Aoyama Friedhof ist ursprünglich Japans erster öffentlicher  Friedhof, welcher sich über 260.000 m² auf einem Gebiet der Aoyama‐Famile des Gujō‐Clans befindet. Der Friedhof ist in verschiedene Sektionen unterteilt – in der japanischen Abteilung befinden sich die Gräber vieler japanischer Berühmtheiten, so z.B. Nogi Maresuke (General der kaiserlichen Armee), Ōkubo Toshimichi (einer der drei adligen Anführer der Revolution gegen das Shogunat 1868) und viele andere. In der ausländischen Abteilung findet man die Gräber von u. a. Francis Brinkley (1841‐1912,Journalist), William Clark Eastlake (1834‐87 “Pionier der Zahnheilkunde des Orients”), etc. Das jedoch bekannteste Grab des Friedhofs ist Hachiko’s Grab – das Grab des Hundes, der selbst nach dem Tod seines Besitzers immer noch jahrelang zur selben Zeit auf seinem Besitzer am Bahnhof Shibuya wartete.

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Bestattungsritus: Nach buddhistischem Ritual werden die Leichname verbrannt und in einem Familiengrab, dem „haka“ auf dem Friedhof („hakaba“) beigesetzt. Die Grabsteine der einzelnen Gräber dienen somit der Verehrung und dem Andenken an ganze Familien.

Da die Metropole ständig wächst werden Flächen für Bestattungen in Tokyo rar – die Stadt hat nun seit 43 Jahren erstmals wieder freie Gräber ausgeschrieben – „die kleinste Grabversion (1,6 mal 3,65 Meter) ist für 2,8 Millionen Yen (21.117 Euro) zu haben, teurere Ruhestätten kosten bis zu zehn Millionen Yen (77.183 Euro)“ (Quelle: www.spiegel.de).

Der Ansturm ist enorm, da die Anträge für freie Grabstellen auf Tokyos Friedhöfen um ein Vielfaches höher sind als es frei Plätze gibt – so gibt die Stadt für Bewerber eine eigenes Bewerbungsprofil aus: „Tokioter Bürger, wohlhabend, tot, Asche vorhanden“ Die glücklichen Gewinner sollen im August per Losverfahren ermittelt werden. (Quelle: www.spiegel.de).


COLLEZIONE TOKYO [5]

  • Architekt: Tadao Ando, 1989
  • Adresse: 6‐1‐3 Minami‐Aoyama, Minato‐ku Tokyo
  • Öffnungszeiten: täglich (auch Sonntag) 11:00‐20:00

Andos Gebäude beherbergt eine „Sammlung“ unabhängiger Nobelboutiquen, Fitness-Studios und auch Wohnungen. Collezione besteht aus einem einfachen Netz aus in sich verschobenen Betonformen und zwei einfachen, rechteckigen Boxen, die leicht gegeneinander verschoben sind. Zusätzlich durchschneiden ein Zylinder und Kubus das Gebäudegefüge. Die komplexen Räume, die durch Vernetzung der einfachen Formen entstehen, sollen, verbunden durch ein Labyrinth an Wegen, einen Eindruck von Dramatik und Herausforderung erwecken, was jedoch nur teilweise gelang. Der Beton verwitterte in kürzester Zeit und manche der scheinbaren Irrwege sind schlecht beleuchtet und auch nicht so beeindruckend in ihrer Steigung als gewollt – nichtsdestotrotz, die Dramatik der Inszenierung kommt, wie gewünscht, allemal durch.


FLAGSHIP STORES – OMOTSANDO AVE

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Als Flagship Stores werden jene eigens entworfenen Shops berühmter Marken-hersteller bezeichnet, welche entweder für eine spezielle (oft wohlhabende) Zielgruppe oder, im Gegensatz dazu, für die Masse an Durchschnittskonsumenten entworfen werden. Die meisten Flagships werden auf den prestigeträchtigen Einkaufsstrassen der Metropolen angesiedelt, so etwa auf der Avenue des Champs‐Élysées in Paris oder der Madison Avenue in New York).

Zu den bekanntesten Brands mit internationalen Flagship Stores zählen an erster Stelle Prada, Louis Vuitton, Polo Ralph Lauren, Dior, sowie die weltweiten Apple Stores und eine Vielzahl andere. Besonders in Tokyo wird von den großen Modemarken viel von der Architektur ihrer Shops erwartet, man findet auffällig viele Entwürfe internationaler Architekten. Der Großteil dieser Bauten folgt dem momentanen Design‐Mainstream, eine Mischung aus Präsentation und Verhüllen und der Bezug zu traditioneller nationaler Bauweise findet sich durchwegs bei allen dieser Entwürfe.

Das Aoyama‐Viertel und der Omotesando sind prädistiniert als Lage für repräsentative Bauten – erst um 1920 angelegt gilt die Allee als Verbindungsachse zum Meiji‐Schrein und lädt, im Gegensatz zu den meisten Strassen Tokyos, nach Pariser Vorbild, zum Spazieren ein. War es früher der Ginza mit ihrer Nähe zum Kaiserpalast vorbehalten die Luxusshops internationaler Modedesigner und Kosmetikbranchen zu beherbergen, so findet sich bereits jetzt eine stattlich Anzahl an Flagships auf der Omotesando Ave. Begonnen durch Issey Miyake und Yoshi Yamamoto, die sich als erste dort niederließen, folgte 1994 Calvin Klein als erster ausländischer Designer nach und mit ihm im Laufe der Zeit annähernd alle Luxuslabels.

Die Tokyoter Stores unterscheiden sich von denen der anderen Metropolen dadurch, dass es sich hierbei fast ausschliesslich um extra dafür designte Neubauten handelt und nicht um Adaptionen oft historischer Gebäude an namhaften Adressen, wie z.B. in Europa üblich. Tatsache ist jedoch, dass das Hauptaugenmerk bei diesen Gebäuden auf dem Design der Hülle liegt, wobei die Palette an gestalterischen Möglichkeiten nahezu ausgeschöpft wird, die Innenräume jedoch größtenteils veranachlässigt bzw. von geradezu konsternierender Einfallslosigkeit scheinen.


PRADA STORE (EPICENTER) [6]

  •  Architekt: Herzog and de Meuron, 2003
  • Adresse: 5‐2‐6 Minami‐Aoyama, Minato‐ku, Tokyo
  • Öffnungszeiten: täglich 11:00‐20:00

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Das Epicenter von Prada gilt als die zweite Annäherung des Luxuslabels nach dessen ersten Prestigebaus von Rem Koolhaas in New York an die nun eigene Sparte der Flagship‐Architektur. Als Entwurfsintention galt es Konzept und Funktion des Begriffs „shopping“ neu zu definieren sowie die Anregung von Kommunikation und Freude daran unter Einbindung nationaler, kultureller Aspekten.

Das sechsstöckige Gebäude an sich ist höchst unkonventionell, es gleicht einem gläsernen Kristall, der trotz seiner scharfen Kanten durch die fünfeckige Form doch weich wirkt. Die Architekten ziehen sanfte Rundungen durch das Innere und spielen mit der Fassade – rhombenförmige Gläser die teils konkav, konvex sowie flach ausgebildet sind vermitteln einen Dialog zwischen Gebäude und Umgebung, Innen und Außen. Der Bau von Herzog & de Meuron ist einer der wenigen, bei dem die Architekten darauf Wert legten eine Einheit zwischen Gebäudehülle, Raumstruktur und Tragkonstruktion zu entwickeln. Im Unterschied zu den meisten anderen  Gebäuden wird die Fassade nicht auf die sonst so üblich „Curtain Wall“ reduziert, sie fungiert als transparente Hüllstruktur, deren Formen im Inneren wieder aufgenommen werde. Träger und Rohre transformieren im Inneren fließend zu Aufzügen, Treppen, Umkleidekabinen sowie Projektionsflächen, wodurch Raum und Struktur zu einer Einheit gebildet werden. Auch die Nutzung der Parzelle unterscheidet das Epicenter von den anderen Flagship Stores – durch die Situierung an einer Ecke des Bauplatzes entsteht eine kleiner Vorplatz, die „Prada Plaza“, wie in Europa üblich. Somit ist es einen Blick allein auf das Gebäudezu werfen, das so autark in seiner Umgebung erscheint – ein Luxus in dieser Metropole, in der Grundfläche schier unbezahlbar ist.


HANAE MORI BUILDING [7]

  •  Architekt: Kenzo Tange, 1979
  • Adresse: 3‐6‐1 Kita‐Aoyama, Minato‐ku, Tokyo
  • Öffnungszeiten: täglich 11:00 – 21:00

Das Hanae Mori Building gilt als erstes sogenanntes „Fashion Brand Building“ und dient fast ausschließlich der Präsentation der Mode und Kosmetiklinie von Hanae Mori, der ersten japanischen Designerin, deren Mode auch auf den Catwalks der internationalen Metropolen gezeigt wurde. Nur im Untergeschoss befindet sich ein Antik‐Markt, wo Porzellan und Schmuck vornehmlich aus dem Europa der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts angeboten werden. Mit seiner verspiegelten Fassade reflektiert das Gebäude die vorbeigehenden Passanten und auch die umliegenden Gebäude.


TOD’S OMOTESANDO BUILDING [8]

  •  Architekt: Toyo Ito, 2004
  • Adresse: 5‐1‐15 Jingumae, Shibuya‐ku, Tokyo
  • Öffnungszeiten: täglich 11:00 – 20:00

Das 2004 vollendete Tod’s‐Gebäude von Toyo Ito spiegelt mit seiner, die gesamten Fassaden überziehenden Betonstruktur das Schattenbild der umgebenden Begrünung (Ulmen) abstrahiert wieder. Diese Stämme und Äste aus Beton sind keine bloße Fassadengestaltung, sie übernehmen statische Funktion und ermöglichen somit als tragende Fassade stützen‐ und trägerfreie Innenräume.

Die Flächen zwischen den Betonteilen sind über die sechs Stockwerke mit grünlichen, teils um die Ecke laufenden Glasflächen ausgesteift. Das Spiel zwischen Konstruktion und Glasflächen werden im Inneren wieder aufgenommen, problematisch jedoch erscheint tlw. die Konstruktion der eingezogenen Geschoss-decken. Im Bereich der Betonteile unproblematisch werden sie bei den Fensterflächen als Glasdecken ausgeführt, welche aber den Personenströmen nicht standzuhalten drohten und nun tlw. durch Geländer abgegrenzt werden. Auch die erwartetet Erdbebensicherheit wurde nur auf übliche Art gewährleistet, die Tragstruktur liegt auf einem, in Japan gängigen, Shock‐absorbierenden Fundamentsockel auf, die Beton‐Fassade übernimmt dabei keinerlei Funktion und auch die Verglasungen würden im Erdbebenfall sofort splittern.


LOUIS VUITTON OMOTESANDO [9]

  •  Architekt: Jun Aoki 2004
  • Adresse: 5‐7‐5 Jingumae, Shibuya‐ku, Tokyo
  • Öffnungszeiten: täglich 11:00 – 20:00

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Am 31 August 2004 eröffnete Louis Vuitton seinen siebten und damals auch größten Flagshipstore auf der Omotesando Avenue. Mittlerweile besitz die Marke noch einen zweiten noch größeren Shop auf der Ginza und eine Vielzahl von kleineren Geschäften in ganz Tokyo. Designed durch den japanischen Architekten Jun Aoki und verwirklicht durch die beiden Direktoren der Vuitton ‐ Architekturabteilung E. Carlson und D. Mac Nulty bildet das Gebäude den Höhepunkt eines bemerkens-werten ästhetischen Prozesses der Transformation eines, für das Label signifikanten, Objektes in architektonische Formen – der berühmte Schrankkoffer Vuittons galt als Inspiration für den Gebäudeentwurf. Seine 3.340 m2 Grundfläche verteilen sich über fünf über‐ und nebeneinander gestapelte Volumina, alle Formen stehen in Anlehnung an die Schrankkoffer und unterscheiden sich lediglich in ihren Abmessungen. Im Inneren durchdringen und überschneiden sich diese und schaffen auf dies Weise neue Räume. Die Fassaden der einzelnen Baukörper wiederholen formal die jeweiligen Materialien der Koffer, die über die Jahre verwendet wurden. 25 dieser Koffer aus dem Louis Vuitton Museum in Asnières wurden nach Japan gebracht und sind nun im Gebäude in einer permanenten Ausstellung zu sehen.


GYRE OMETOSANDO [10]

  •  Architekten: MVRDV, 2007
  • Adresse: Omotesando street 5‐10‐1 Jingumae, Shibuya‐ku, Tokyo
  • Öffnungszeiten: 11:00 – 20:00

Im Erdgeschoss des von MVRDV entworfenen GyreBuildings befinden sich mehrere Retail‐Shops großer Marken, so etwa Chanel, Bulgari, MoMA Design Store etc. Zusätzlich beherbergt das Gebäude mehrere Dienstleistungbetriebe, Restaurants und Freizeiteinrichtungen, die nicht von den Architekten entworfen wurden. Gyre bedeutet Bewegung und genau diese entsteht durch die Verdrehung von fünf rechteckigen, gleich großen Grundplatten, die sich entlang einer vertikalen Achse verschieben und dann auf die Kanten der Omotesando zurechtgetrimmt werden.


CHRISTIAN DIOR OMOTESANDO [11]

  •  Architekt: Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa / SANAA, 2004
  • Adresse: 5‐9‐11 Jingumae, Shibuya‐ku,Tokyo
  • Öffnungszeiten: täglich 11:00 – 18:00

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Das trapezförmige Gebäude des Showrooms, welches auf den ersten Blick eher unspektakulär wirkt – einzig die variable Raumhöhe, welche die Fassade durch scheinbar umlaufende Bänder horizontal gliedert, besticht doch durch seine Fassadenhülle. Diese ist Außen als Glashaut ausgeführt, erhält aber im Inneren eine zweite „Haut“ aus transluzentem Acryl. So wird es einerseits dem Betrachter ermöglicht das Inneren zu erahnen, ohne sofort alles präsentiert zu bekommen und andererseits auch dem Label die Möglichkeit, saisonale Promotions auf die transluzenten Flächen anzubringen bzw. zu projizieren. Schade ist hierbei nur, dass Fassade und Innenraum nicht aufeinander eingehen, eher autark für sich stehen. Während die Hülle nur als Reklamefläche genutzt wird und kaum in den Innenraum mit einbezogen wird, fungiert letzterer lediglich als Verkaufsfläche, die ausschließlich zur Präsentation der angebotenen Kleidung dient.


HARAJUKU BRIDGE [12]

  •  Anfahrt: Yamanote Line – Omotesdando‐Ausgang der Harajuku Station (Richtung Meiji Shrine); Fukutoshin Line u. Chiyoda Line –Hauptausgang der Meiji

Die HarajukuBrücke (auch Jingu Bashi od. Harajuku Cosplay Bridge) befindet sich im Stadtteil Jingumaedes Bezirks Shibuya‐Harajuku ist die gebräuchliche Bezeichnung für das gesamte Stadtviertel rund um den Bahnhof. Besonders beliebt ist der Bezirk bei der jüngeren Bevölkerung Tokyos, da dieser mit seiner hohen Dichte an Modeboutiquen und Shops auf der kleinen Takeshita und der Meij‐doriials eines der wichtigsten Zentren für Mode in Japan gilt. Die Mode, die in diesen Läden vorwiegend verkauft wird, gab selbst einem eigenen einzigartigen Modestil, dem Harajuku‐Kei, seinen Namen. Seit den 90er Jahren wird die Brücke am Sonntag‐ Nachmittag zum größten regulärenTreffpunkt Japans für Cosplayer und Lolitas, welche aufwändig und phantasievoll vor den zahlreichen Fotografen posen. Als Cosplayer werden jene „Harajuku‐Girls“ bezeichnet, deren Style sich dem der japanischen „Visual Kei Bands“ orientieren. („Die Bezeichnung setzt sich aus dem englischen Begriff visual (visuell, optisch) und dem Kanji‐Zeichen 系 kei (System, Herkunft, Abstammung, Clique) zusammen. Visual Kei ist gekennzeichnet durch das auffällige und ungewöhnliche Aussehen der Musiker. Die Musik kann keinem bestimmten Genre zugeordnet werden: Visual‐Kei‐Gruppen spielen u. a. Pop, Rock oder Metal, wobei sich viele Bands nicht nur auf eine Musikrichtung beschränken.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Visual_Kei) Im naheliegenden Park treten ebenfalls am Sonntag‐Nachmittag eine Vielzahl junger Bands der verschiedensten Musik-richtungen auf. In Europa bekannt wurde dieser Stadtteil durch die Songs internationaler Künstler wie z.B. Gwen Stefani, etc.

Seit dem Jahr 2000 sinkt die Popularität der Brücke, waren noch vier Jahre zuvor Massen an Cosplayern, Gothic‐Lolitas und anderen Modefetischisten in der damals noch bestehenden Fußgängerzone zu sehen, so findet man jetzt an manchen Wochenenden mehr Fotografen auf der Brücke als Harajuku Girls.


MEIJI JINGU SCHREIN [13]

  • Öffnungszeiten: Außenanlage: Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; Schrein: 9:00 – 16:00
  • Kosten: ca. ¥1.000, Studentenreduktion möglich

Der im Stadtteil Shibuya gelegene Shinto‐Schrein gehört zu den Chokusaisha (Schreine, die zu besonderen Anlässen ein Anrecht auf einen Abgesandten des Kaisrs haben) und ist den Seelen des beliebten Meiji‐Tenno und dessen Gemahlin Shoken‐kotaigo gewidmet.

Als der Meiji‐Kaiser 1912 und seine Gemahlin 2 Jahre darauf starben, wurde der Schrein zu ihrem Andenken und ihrer Verehrung im damals beliebten Baustil nagare‐zukuri (流造) in fünf Jahren Bauzeit auf heiligem Boden errichtet. Am ersten November 1920 wurden die sterblichen Überreste des Kaiserpaares hierhin überführt und seit diesem Zeitpunt gilt dieser Tag auch als Jahrestag des Schreins, an welchem auch das große Herbstfest stattfindet. Während der amerikanischen Bombenangriffe auf Japan wurde der Schrein am 1. April vollkommen zerstört und nach Kriegsende durch den Einstz von über 100.000 Freiwilligen wieder aufgebaut. Die jetzt bestehenden Bauten stammen aus dem Jahr 1958.

Das Gesamtgelände der Meiji Jingu Schreins (明治神宮) wird in drei Bereiche gegliedert: Naien, der sogenannte innere Bezirk mit den eigentlichen Gebäuden des Schreins; Gaien, der äußere Bezirk, welcher die Meiji‐Gedächtnishalle, eine Meiji‐ Galerie sowie Sportanlagen umgrenzt. Hier finden auch noch heute traditionelle Shinto‐Hochzeiten in traditionellen Gewändern statt. Beide Bezirke sind von einem immergrünen Wald umgeben, welcher aus 120,000 Bäumen von 365 verschiedenen Arten besteht, die von Menschen aus allen Teilen Japans gespendet wurden Zeremonien: „Meiji‐tennō und Shōken‐kōtaigo teilen sich den honden und werden beide an ihren Todestagen mit besonderen Zeremonien verehrt: Shōken‐kōtaigo am 11. April (Shōken‐kotaigō‐sai), Meiji‐tennō am 30. Juli (Meiji‐tennō‐sai). Das bedeutendste Fest des Schreins findet am Geburtstag vom Meiji‐tennō am 3. November statt und dauert fünf Tage. Millionen von Besuchern nehmen an den ausgerichteten Spielen und Wettbewerben teil, darunter traditionelle Tänze, Gesang und Musik, Lyrik, Nō, Sumō, Yabusame, Filme, Ausstellungen von Kunst, Chrysanthemen und Blumenarrangementen, Samurai‐Künste, Märchenerzählungen, Teezeremonien, Fackelprozessionen, Kuchen, Böller und Feuerwerk. Während der ersten zwei, drei Tage des neuen Jahres (hatsumōde) verzeichnet der Schrein ca. 5 Millionen Besucher.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Meiji‐Schrein)


YOYOGI GYMNASIUM [14]

  • Architekt: Kenzo Tange, 1960
  • Adresse: 2-1-1 Jinnan Shibuya-ku, Tokyo

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Die Kokuritsu Yoyogi Kyōgijō (国立代々木競技場 „Staatliche Sporthalle Yoyogi“) gilt aufgrund ihrer Dachkonstruktion als Höhepunkt der Karriere des Architekten Kenzo Tange und beherbergte die olympischen Sommerspiele von 1964. Besonderheit dieser konstruktion war u. a. auch die Biegung der Träger, welche eine hohe Wind-widerstandskraft gewährleisten sollten, da es in dieser Gegend zu Wind-geschwindigkeiten kommen kann, welche einem Hurrikan gleich kommen. Die Halle gilt als Inspiration für Frei Ottos Entwurf der Dächer für die Olympia‐Anlage in München 1972. Heute wird es primär als Eishockey‐ und Basketball‐Halle für über 10.500 Personen verwendet.


LOVE HOTEL HILL [15]

  •  Adresse: Dōgenzaka, Shibuya, Tokyo

„Das Love Hotel (jap. ラブホテル, rabu hoteru, umgangssprachlich ラブホ rabuho) ist eine besondere Art des Stundenhotels in Japan und gleichzeitig ein wichtiges Element der modernen japanischen Alltagskultur.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Love_Hotel). Die Love Hotels entwickelten sich aus den ursprünglichen Teehäusern (chaya (茶屋)), welche durchwegs von Prostituierten und deren Kunden aber auch von Liebespaaren genutzt wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich diese Etablissemets zu einfachen Unterkünften, welche hauptsächlich von kleinen Familien besucht wurden. Diese Einrichtungen entstanden vorerst rund um Ueno, infolge der Besatzungsmächte auch teilweise in Tokyo und boomten nach der Abschaffung legaler Prostitution 1958. Doch erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts kam es durch die Etablierung verschiedener Themenhotesl, wie z.B. Fashion Hotels (ファッションホテル fasshon hoteru) mit ihrer modernen Einrichtung für die junge Stadtbevölkerung sowie Boutique‐Hotels (ブティックホテル butikku hoteru) mit seinen themenbezogenen Gästezimmern zu zunehmender Nutzung auch durch die allgemeine Bevölkerung.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Zimmern in japanischen Hotels besitzen die Love Hotel‐Zimmer immer ein großes Doppelbett, einen Fernseher (mit mehreren Pornokanälen), Lichtsysteme zur Stimmungserzeugung, Whirlpools und Minibars sowie div. Sex‐Toys (kostenpflichtiges Zusatzangebot). Die Themen der einzelnen Zimmer, z. B.: U‐Bahnwaggons, Raumstationen, Grotten, SM‐Keller oder auch im Disneystil gestaltete Zimmer kann man sich auf beleuchteten Tafeln ansehen und auch danach auswählen und auch sofort mit kaum od. sogar ohne peinlichen Kontakt mit den Angestellten bezahlen. Für die Bezahlung wird „standardmäßig wird ein dreistufiges Preissystem angeboten: „Rest“ (休憩 kyūkei): Für den normalen, kurzfristigen Aufenthalt. Dabei mietet man in der Kansai‐Region die Love‐Hotel‐ Zimmer für eine oder anderthalb Stunden, während im Übrigen Japan die Standardmietzeit zwei oder drei Stunden beträgt. „Stay“: Ab einer bestimmten Zeit am späten Abend (je nach Lage meist 23 oder 24 Uhr) sind die Zimmer meist nur noch pauschal für den Rest der Nacht erhältlich. Die Preise für eine Übernachtung liegen dabei über den „Rest“‐Tarifen, jedoch meistens unter denen eines regulären Hotels. „Service time“ (サービスタイム sābisu taimu), auch „free time“ genannt: Viele Love Hotels bieten Sonderangebote zu den besucherschwachen Zeiten am Vor‐ und frühen Nachmittag, zu denen besonders günstige Zeit‐ oder Preispauschalen angeboten werden. Die Preise variieren je nach Alter und Lage sehr stark zwischen verschiedenen Hotels.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Love_Hotel)

Der jährliche Gesamtumsatz des „Industriezweiges Love Hotel“beträgt mehr als 4 Billionen Yen, das Zweifache, das der japanische Anime‐Markt einbringt. Es wird angenomen, dass mehr als 500 Millionen Besuche in diesen Etablissements.


SHIBUYA [16]

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Shibuya (渋谷区, ‐ku), einer 23 Stadtbezirke Tokyo, ist vor allem durch Fotos der an der Westseite des gleichnamigen Bahnhofs gelegen Diagonalqueren bekannt – zu abendlichen Spitzenzeiten wird diese pro Ampelphase von nahezu 15000 Menschen überquert. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Shibuya). Um diesen Bahnhof liegt auch das komerzielle Zentrum des Bezirks mit den bei der jungen Bevölkerung beliebten Einkaufsstrassen Center‐gai (センター街) und Takeshita‐dōri (竹下通り. Bekanntestes Kaufhaus ist das Shibuya 109, in weiterer Folge giebt es noch ein Unzahl an Boutiquen, Büros und auch die größte Ansammlung an Firmen der IT‐Branche in Japan.

Durch letztere bekam Shibuya auch den Zweitnamen „Bit Valley“, einerseits als Anspielung auf Silicon Valley, andererseits auch als Abwandlung der eigenen Namensbedeutung: Shibuya heißt wörtlich übersetzt „bitteres Tal“. Vor dem Bahnhof findet man die Statue des Hundes Hachiko, der dort jahrelang auf seinen Besitzer gewartet hatte, einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt. Weiters befindet sich in diesem Bezirk der Dōgenzaka (道玄坂) – Hügel, eines der Nightlife‐Zentren Tokyos mit seinen Diskotheken und einer Vielzahl an Love Hotels.


QUELLEN

http://www.virtualjapan.com/wiki/Roppongi_Station)

http://www.kotsu.metro.tokyo.jp/subway/stations/roppongi/e23.html

http://de.wikipedia.org

http://www.nact.jp/de/index.html

http://www.nact.jp/english/visiting.html

http://www.meijijingu.or.jp

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,256461,00.html

http://www.galinsky.com/buildings

http://www.lvmh.com/magazine/pg_mag_contenu.asp?int_id=48&archive=1&rubrique=actualite&srub=0&rub=1&str_theme_id=

http://www.asiarooms.com/travel‐guide/japan/tokyo/things‐to‐do‐in‐tokyo/where‐to‐shop‐in‐tokyo/ys‐roppongihills.html

http://www.greatbuildings.com/buildings/Olympic_Arena.html

http://www.designws.com/pagina/12007tokyod.htm

http://www.nextroom.at/data/media/med_binary/original/1200315354.pdf