https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=zDu7VsD29h44.kBpVlvinSWYo

 

 

„Nikko wo minakeraba kekko to iu na“ – Sage nicht prachtvoll, bevor du nicht Nikko gesehen hast

Nikko ist eine im 17. Jahrhundert erbaute Schreinanlage und liegt 125km nördlich von Tokio. Es befinden sich über 40 Tempel und Schreine in dem Gebirgstal.

Das Dorf Nikko liegt an einer mit Restaurant und Geschäften gesäumten Straße. Die lokale Spezialität ist Yuba-Soba, eine Buchweizennudelsuppe mit Yuba, das aus der Haut der sojamilch gewonnen wird. Yuba ist die typische Nahrung der sich vegetarisch ernährenden Mönche. Der Gebirgsbach Daiya-gawa trennt das Dorf Nikko von der Tempelstadt.

 

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Quelle: Japanese Historical Maps (2007/6)

 

Shinkyo Brücke

An der Stelle, an der die Brücke steht, hat der Legende nach der Priester Shodo Shonin, der den ersten buddhistischen Tempel in Nikko errichtete, den Bach auf zwei Schlangen überquert. Die heutige Brücke ist eine Rekonstruktion von 1907, da das Original 1636 durch eine Flut zerstört wurde. Die Brücke gilt als heilige Brücke und durfte früher nur vom japanischen Kaiser oder einem kaiserlichen Abgesandten betreten werden. April – September 8- 17 Uhr; Eintritt 500¥ http://www.shinkyo.net/

 

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http://thisopenroad.files.wordpress.com/2012/06/nikko-019.jpg

Tosho-gu Schrein

Der Tosho-gu Schrein wurde zu Ehren und als letzte Ruhestätte des Shoguns Tokugawa Ieyasu (1542-1616) errichtet. Er war der Begründer des fast 300-jährigen Tokugawa-Shogunats (1603-1868), der längsten Friedenszeit in Japans Geschichte. Erbaut wurde der Schrein von seinem Enkel Tokugawa Iemitsu.

 

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 http://www.japan-infos.de/japan-reisefuehrer/nikko/toshogu-schrein

Im Vorhof des Schreins befinden sich rechts drei Lagerhäuser für den Tempelschatz, die San-Jinko. Auf der Stirnseite eines Gebäudes befindet sich eine berühmte Schnitzerei, welche auf einer Zeichnung des Künstlers Tanyu Kano basiert. Sie werden „Elefanten der Phantasie“ genannt, weil der Künstler nie einen echten Elefanten gesehen hat, aber die beiden Elefanten trotzdem sehr realistisch dargestellt sind. Das erste Gebäude links im Vorhof ist der heilige Pferdestallt. Berühmt ist dieses Gebäude für seine Affenschnitzereien, welche die Prinzipien der Tendaisekte widerspiegeln: Sehe nichts Böses, sage nichts Böses, höre nichts Böses.

 

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 http://kelliinjapan.blogspot.co.at/2013/03/toshogu-shrine-and-takinoo-path.html

 

Den inneren Schreinbezirk erreicht man über das Yomei-Mon (Sonnenlicht-Tor). Man reinigt sich vor dem Durchschreiten des Tors Mund und hände an einer heiligen Quelle. Das Tor ist ein Wunderwerk japanischer Baukunst und gleichzeitig das kostbarste Bauwerk innerhalb der Schreinanlage. Die Balken sind ohne einen einzigen Nagel verbunden. Eine der Säulen ist falsch herum montiert, um böse Geister abzuhalten und zu verwirren. Bemerkenswert ist die Schnitzerei zweier Tiger, deren Streifen im Fell von der natürlichen Maserung des Holzes gebildet werden.

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http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nikko_Toshogu_Yomeimon_M3249.jpg

Den inneren heiligen Schrein erreicht man über das Sakashita-mon. 207 Treppenstufen führen zunächst zum Heiligen Schrein und schließlich zu einer kleinen bronzenen Pagode, dem eigentlichen Grabmal Ieyasu Tokugawas.

Verlassen wir den Haupttempelbezirk wieder über das Yomei-Mon, führt rechts ein kurzer Weg zum buddhistischen Tempel Yakushi-do. In dessen Tempelhalle befindet sich ein auf die Decke gemalter Drache, der Naki-ryu (Brüllender Drache). Durch in die Hände klatschen entsteht ein Echo, welches sich anhört, als würde ein Drache aufschreien.

April – Oktober 8 – 17 Uhr; Eintritt 1300¥ www.toshogu.jp

 

Futarasan-Schrein

Der Futurasan-Schrein befindet sich nur wenige Gehminuten vom Toshogu-Schrein entfernt. Am Eingang steht ein großes Kuper-Torii. Der Hauptschrein wurde 1619 erbaut und ist somit das älteste Gebäude innerhalb der Nikko Tempelanlage. Der Futurasan-Schrein steht für den eher schlichten Stil der frühen Edo-Periode.

Die sagenumwobene 2,3m hohe Bronzelaterne Bakedoro wurde 1292 erstelt. Der Sage nach nahm diese „Geisterlaterne“ bei Dunkelheit eine unheimliche Gestalt an und wurde einst von einem Samurai, der ihr nachts begegnete, verwundet. Daraufhin verschwand der Geist und es blieb nur die Bronzelaterne zurück. Bis heute kann man die tiefen Kerben sehen, die der Samurai mit dem Schwert geschlagen hat. Des Weiteren findet man hier einen Schreingarten Shin-en (Eintritt 200¥).

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 http://www.kenleewrites.com/2008/06/toshogu-shrine-東照宮-part-22.html

 

Taiyu-in (Iemitsus Schrein)

Vom Futarasan-Schrein ausgehend kommt man zum Daiyuin-byo, dem Mausoleum für Tokugawa Iemitsu, dem 3. Shogun des Tokugawa-Shogunats, Enkel Ieyasus und Erbauer des Tosho-gu Schreins. 8 – 16 Uhr; Eintritt 550¥

 

Inuki-mon. Bronzenes Tor zum Grab des Tokugawa Ieyasu

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Drachenpalast-Tor (Ryūgū no mon) des Taiyuin

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http://www.univie.ac.at/rel_jap/bk/bauten/bilder_nikko.htm

Rinno-ji Tempel

Der Rinno-ji Tempel wurde von dem buddhistischen Priester Shodo Shonin gegründet, der den Buddhismus im 8. Jahrhundert in Nikko bekannt machte. Vermutlich entstand der Tempel in Anlehnung an einen Tempel auf dem heiligen Berg Hiei. Der Rinno-ji wurde 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Der Rinno-ji besteht aus insgesamt 18 Gebäuden.

  • Die Haupthalle wird als Sambutso-do, die “Halle der drei Buddhas”, bezeichnet und ist das größte Tempelgebäude im Nikkogebiet. Sie verkörpert die typische Architektur der Tendai-Glaubensrichtung.
  • Im Schatzhaus des Tempels können Ausstellungen mit Schwerpunkt Buddhismus und Tokugawa besichtigt werden.
  • Der Garten Shoyo-en ist im typischen Edo-Stil angelegt und liegt direkt neben dem Schatzhaus. (Eintritt 300¥ )
  • Der Shorinto tower ist ein 13,2m hoher bronzener Turm und wurde erbaut als der 3. Shogun Tokugawa Iemitsu ein Gelübde ablegte.
  • Der Syorow Bell Tower bildet mit 12 Stützen – je drei pro Ecke – bildet die Grundkonstruktion des Glockenturms. Das Läuten der Glocke gibt entweder die Uhrzeit an oder läutet den Neujahrstag ein.
  • Die Zwillingshallen Jogyo-doh und Hokke-doh bilden eine architektonische Ausnahme in Japan. Der Typ der Zwillingshallen ist nur in der Rinno-ji Tempelanlage und in der Anlage auf Mount hiei zu sehen. Jogyo-doh ist im traditionellen japanischen Baustil errichtet und dient der buddhistischen Meditation. Die etwas kleinere Hokke-doh ist eher im chinesichen Baustil errichtet.

Rinno-ji Tempel ist von 8 – 17 Uhr geöffnet. Eintritt 850¥  www.rinnoji.or.jp

 

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http://www.japan-guide.com/e/e3803.html

Kegon Wasserfall

Falls noch Zeit ist, lohnt sich ein Besuch des Kegon Wasserfalls. Es gibt von Nikko eine Busverbindung (Aufschrift am Bus Chuzenji Onsen oder Yumoto Onsen). Die Busse halten sowohl am Tobu-Bahnhof Nikko, an der Shinkyo Brücke und bei Nishisando. Der Wasserfall ist in 5 Minuten zu Fuß von der Bushaltestelle Chuzenji Onsen erreichbar. Es besteht die Möglichkeit mit einem in den Felsen gehauenen Fahrstuhl (530¥) auf die Basis des 100m hohen Wasserfalls zu gelangen.

An der Haltestelle Chuzenji Onsen findet man eine Menge Souvenirgeschäfte und Restaurants.

 

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http://www.fotolog.com/rorschachs_diary/39077638/

 

Anfahrt (ca. 2,5 Stunden)

06:51 Uhr mit Ginza Line von Asakusa nach Ueno

Fahrt mit dem Shinkansen Tohoku (im Japan Rail Pass einbegriffen)

ab Ueno mit einem Shinkansen „Yamabito“ oder „Nasuno“ bis Utsunomiya

in Utsunomiya umsteigen zur JR-Linie Nikko bis zum JR-Bahnhof Nikko

Ankunft in Nikko 09:16 Uhr

(Rückfahrt um 18:12 Uhr – gleicher Rückweg – Ankunft Asakusa Station um 20:43 Uhr)

http://www.der-japan-rail-pass.de/japan-mit-dem-zug/reiseroute/tokyo-nikko

 

Quellen:

Exkursionsbericht Japan 2010

Schwab, A. (2013): Labyrinth Tokyo. 38 Touren in und um Japans Hauptstadt. Norderstedt: BoD – Books on Demand