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KAMAKURA

Kamakura hat ca. 174.000 Einwohner, die durchschnittliche Temperatur beträgt 16°C und die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit liegt bei 80%. Die Stadt gilt neben Nikko als das kulturelle Ausflugsziel in der näheren Umgebung von Tokyo und ist vor allem für seine vielen Buddha‐Tempel und Shinto‐Schreine bekannt (vgl. Bender).

Die Anreise von Tokyo erfolgt mit dem Zug (Yokosunka Line) bis Kamakura und dauert ca. eine Stunde.

GESCHICHTE

„Während der Heian‐Zeit (794–1185) war Kamakura die Hauptstadt der Kantō‐Region“ (Wikipedia Kamakura). 1192 stieg Minamoto Yoritomo (1147‐1199), nach seinem Sieg über den Taira‐Clan zum Shogun auf und regierte Japan von Kamakura aus.

So wurde die Stadt zu einem kulturellen und politischen Zentrum. 1333 stieg der Kostendruck wegen militärischer Ausgaben, die nötig waren, um Chinas Angriffe unter der Führung von Kublai Khan abzuwehren. Dies schwächte die Position Kamakuras und schließlich ging der Regierungssitz verloren und wurde nach Kyoto verlegt (vgl. Wikipedia Kamakura bzw. Bender).

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Zwischen den beiden Bahnstationen Kita‐Kamakura und Kamakura liegt eine Vielzahl an Tempel, die in ca. eineinhalb Stunden erwandert werden können, je nachdem, wie viel Zeit bei den einzelnen Sehenswürdigkeiten eingeplant wird. Die

Hauptattraktion, der Daibutsu, befindet sich jedoch weiter westlich.

TOKEI‐JI

Unweit des Engaku‐ji liegt inmitten üppiger grüner Vegetation dieser Tempel. Er diente als Refugium für Frauen. Heute lebt dort keine Klosterschwester mehr; es findet sich nur noch das Grab der letzten Äbtissin in einem von Zypressen zugewachsenen Friedhof (vgl. Bender).

Öffnungszeiten: März‐Oktober 8:30‐17:00, November‐Februar 8:30‐16:00, Eintrittspreise: 100,‐

JOCHI‐JI

Wiederum nur ein paar Minuten vom Tokei‐ji entfernt befindet sich diese Tempelanlage, die für ihren Glockenturm, die moosbewachsenen Eingangsstufen und das alljährliche Blütenmeer im Frühling geschätzt wird (vgl. Bender).

Öffnungszeiten: März‐Oktober 9:00‐16:30, November‐Februar 9:00‐16:30 Eintrittspreise: 150,‐

DAIBUTSU WANDERWEG

Dieser führt ausgehend vom Jochi‐ji in ca. 1,5 Stunden (3 km) zum Großen Buddha von Kamakura. Unterwegs gibt es ein paar Dinge zu entdecken wie z.B. den Kuzuharagaoka‐Schrein und den Landschaftspark Genjiyamakoen, der besonders während der Kirschblüte viele Menschen anlockt. Nach einer Weile gelangt man zum Zeniarai‐Schrein, dem Geldwäsche‐Schrein. Wer dort sein Geld in den natürlichen Quellen wäscht, hofft auf dessen Vermehrung.

Einer Zedernallee folgend gelangt man zu einem der vielen torii und der Schreinanlage Sasuke‐inari (vgl. Bender). Diese ist dem Erntegott Inari gewidmet. Während man etliche Stufen emporsteigt, passiert man rot beflaggte Tore. Einem Waldpfad folgend gelangt man schließlich zum Daibutsu.

Der zumeist nicht gerade Weg führt auf und ab durch schöne Wälder. Es wird gutes Schuhwerk empfohlen, besonders wenn es zuvor geregnet hat! (vgl. Liedtke)

DAIBUTSU – GROSSER BUDDHA

Hier befindet sich die Hauptsehenswürdigkeit Kamakuras, der Große Buddha. Mit über 11 Metern Höhe und einem Gewicht von 850 Tonnen gilt dieser 1252 fertig gestellte Bronzebuddha als der zweitgrößte in Japan. Experten sehen ihn jedoch als kunstvoller an, als jenen von Nara. Ursprünglich saß die Figur in einer Halle, diese wurde jedoch 1495 von einer Flutwelle weggespült (vgl. Bender, S. 245).

Öffnungszeiten: April‐September 7:00‐18:00, Oktober‐März 7:00‐17:30, Eintrittspreise: 200,‐

HASE‐DERA

Etwa einen zehnminütigen Spaziergang entfernt befindet sich der Hase‐dera auch als Hase‐Kanon bekannt. Entlang beider Wände bei der Treppenflucht sind tausende winzige Jizo‐Figuren, teilweise in warme Kleidung gewickelt, aufgestellt. Jizo ist der Schutzpatron der Reisenden und der verschwundenen Kinder. Daher stellen viele Frauen, die ihre Kinder durch Fehlgeburt oder Abtreibung verloren haben, hier Figuren auf (vgl. Bender, S. 245).

Der Tempel wurde 736 v. Chr. errichtet und enthält als Herzstück eine Statue der Göttin der Gnade (= Kannon).

Öffnungszeiten: März‐September 8:00‐17:00, Oktober‐Februar 8:00‐16:30, Eintrittspreise: 300,‐

YUIGAHAMA STRAND

Kamakura verfügt über ein paar Strände, die besonders im Sommer viele „Wasserratten“ anlocken. Wenn man entlang dieses Strandes wandert, kann man die herrliche Seeluft und Atmosphäre genießen. Es gilt jedoch zu bedenken, dass der Ort früher mehrfach ein Schlachtfeld war, weshalb auch heute noch immer wieder Knochen ausgegraben werden (vgl. Wikipedia Yuigahama bzw. Wikitravel Kamakura).

Je nach noch verfügbarer Zeit kann der Weg über den Strand Richtung dem Bahnhof Kamakura fortgesetzt werden. Andernfalls ist eine Rückkehr zur Station Hase oder Yuigahama von Vorteil.

QUELLEN

Bender, Andrew: Japan, Lonely Planet 2007, dt. Ausgabe 2008 [ISBN 9783829716215]
Liedtke: http://alexanderliedtke.de/reisen/2006_japan/bericht_5.pdf
Wikipedia Kamakura: http://de.wikipedia.org/wiki/Kamakura
Wikipedia Yuigahama: http://en.wikipedia.org/wiki/Yuigahama
Wikitravel Kamakura: http://wikitravel.org/en/Kamakura