Plan Ginza

Ginza ist eine der zahlreichen Hauptgeschäfts und Vergnügungsviertel im Chuo – einem Stadtteil Tokyos. Es wurde nach den alten Silbermünzen benannt, die in diesem Gebiet geprägt wurden und offizielles Zahlungsmittel in Edo waren. Hier finden sich zahlreiche Restaurants, Warenhäuser, Geschäfte, Theater, Galerien, Ausstellungsräume und Nachtclubs. Die Chūō-dōri ist dabei die wichtigste Straße dieses Viertels. An der Ecke zur Harumi-dōri befindet sich das bekannte Kaufhaus Wako. Kulturelles Zentrum von Ginza ist das berühmte Kabuki-Theater. An den Wochenenden werden die Chūō-dōri und ihre Seitenstraßen für den Autoverkehr gesperrt – eine der größten Fußgängerzonen der Welt entsteht.
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Ginza war eines der ersten Gebiete der Stadt, welches durch Trockenlegung der Bucht von Tokyo abgerungen wurde. Nachdem das gesamte Viertel 1872 vollständig niederbrannte, wurde es schließlich vom englischen Architekten Josiah Conder neu bebaut. Die Straße wurde auf 27 Meter erweitert, wodurch die erste Flaniermeile Japans nach Pariser und Londoner Vorbild entstand. Gesäumt wurde die dōri von zweigeschossigen Ziegelbauten mit vorgelagerten Balkonen. Später entstanden deutlich ambitioniertere Gebäude. Noch heute finden sich zahlreiche monumentale Bauwerke, die ab 1872 hier errichtet wurden. Die Ginza-Linie, die den Stadtteil durchquert, ist die älteste U-Bahn Tokyos.

(1) TOKYO STATION

Unweit des Kaiserpalastes findet sich nördlich an Ginza anschließend der Hauptbahnhof Tokyos. Er ist Ausgangspunkt für zahlreiche Nah- und Fernverbindungen ins Umland. Vorbild war der Bahnhof in Amsterdam. Wie das gesamte Viertel entstand er ab 1872, nachdem weite Teile der alten Siedlungen niederbrannten. Nach dem Vorbild der Berliner Ringbahn wurden bis 1914 zahlreiche weitere Kopfbahnhöfe errichtet. Im zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof stark beschädigt und erst ab 2010 wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Unter der Ostseite des Bahnhofs existiert ein labyrinthartiges Passagensystem mit zahlreichen kleinen Geschäften.

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(2) SONY BUILDING

Eines der bekanntesten Gebäude Tokyos ist das 1966 errichtete Sony-Building an der Sukiyabashi-Kreuzung direkt gegenüber der Station Ginza. Im oberen Teil des Gebäudes befinden sich interaktive Ausstellungsräume, die Kurioses aus dem Hause Sony zeigen. Im Untergeschoss hat zudem BMW einen Showroom seiner neusten Modelle eingerichtet. 1992 erfolgte eine grundlegende Sanierung, bei der allerdings viele der Originaleinbauten wie Türen und Fenster ersetzt wurden, wodurch das Gebäude so einiges vom Charme der 60er Jahre einbüßte. Übrigens: Inspiration fand der Architekt angeblich im Guggenheim Museum in New York. Wer weiß?

Sony-Building

(3) KAUFHAUS WAKO

Das Neo-Renaissance Gebäude an der Ecke Chūō-dōri/ Harumi-dōri gilt als eines der größten und teuersten Kaufhäuser Japans. Die runde, der Straße nachempfundene Fassade sowie der Uhren-Turm sind ein Wahrzeichen Ginzas. Das Gebäude wurde 1934 fertiggestellt, nachdem durch das schwere Erdbeben von 1923 die vorherige Bebauung zerstört wurde. Als eines der wenigen Gebäude in diesem Gebiet überstand es den zweiten Weltkrieg und diente später als Warenhaus für die Alliierten.

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(4) KABUKI THEATER

Kabuki bezeichnet das traditionelle japanische Theater des Bürgertums aus der Edo-Zeit, bestehend aus Gesang, Tanz und Pantomime. Seit 2005 wurde Kabuki in die UNESCO-Welterbeliste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen. Zur Zeit der Entstehung um 1603 wurde mit einem erotischen Tanz Buddha angerufen, wovon sich auch der Name Kabuki ableitet (kabuku = schockierend, nach vorne lehnend). Um die aufkommende Prostitution zu unterdrücken wurden ab 1652 keine Frauen mehr als Schauspieler zugelassen. Seitdem dürfen nur Männer die Bühne betreten – alle Frauenrollen werden ebenfalls von Männern verkörpert und durch traditionelles Make-Up und Kostüme die Weiblichkeit unterstrichen. Besonders viel Wert wurde auf die künstlerische Ausgestaltung der Bühne gelegt. Im Theater werden drei unterschiedliche Genres vorgeführt: Bürgerliche Stücke, Historienstücke und Tanzstücke. Im 18. Jahrhundert dauerte eine Vorstellung den ganzen Tag, bei der auch gegessen und getrunken wurde. Sich in einem dieser Theater blicken zu lassen, gehörte zum guten Ton.

Kabuki-Theater

(5) TSUKIJI-FISCHMARKT

Unweit von Ginza liegt der größte Fischmarkt der Welt. Seine Wurzeln gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als der damalige Shogun Fischer aus Osaka nach Edo brachte um seinen Hof mit frischem Fisch zu versorgen. Fisch, der nicht an den Hof geliefert wurde, durfte an dieser Stelle verkauft werden. 1923 wurden die alten Auktionshallen vom großen Kanto-Erdbeben völlig zerstört und ab 1935 im Stil der Neuen Sachlichkeit wieder errichtet. Aktuell sorgt er für Aufregung, da er ab 2014 in ein früheres Gaswerk verlegt werden soll, dass jedoch als kontaminiert gilt. Gleich in der Nähe des Fischmarktes befindet sich eine Fähranlegestelle. Von hier aus kann man über den Sumida-Fluss direkt bis zur Station Asakusa fahren. Unterwegs bieten sich noch zahlreiche Fotomomente.

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WIE KOMMT MAN HIN?

Am nördlichen Ende der Straße befindet sich der Hauptbahnhof von Tokyo (Tokyo Station). In unmittelbarer Umgebung findet man zudem die U-Bahnstationen Ginza, Ginza-itchome, Yurakucho, Shimbashi sowie Higashiginza. Dadurch stehen für einen Besuch Ginzas die orange (Ginza-Linie), gelbe (Yurakucho-Linie), rote (Marunouchi-Linie) und graue Linie (Hibiya-Linie) Bahn zur Station Hinode. Von dort fahren stündlich zwei Fähren über die Bucht von Tokyo und den Sumida-Fluss direkt zur U-Bahn-Station Asakusa. Die Fahrdauer beträgt ungefähr 45 Minuten.

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Dauer: Ungefähr einen halben Tag