間 Ma ist nicht nur ein japanisches Wort, dass sich mit Zwischenraum, Pause oder Leere übersetzen lässt, sondern ist ein abstraktes Konzept der japanischen Kultur. Es findet Anwendung in vielen Bereichen. Unter anderem in der japanischen Sprache, der Kunst, Architektur und Gesellschaft. Nachfolgend eine Aufzählung der verschiedene Dimensionen und Anwendungsgebiete.

Objektive Dimension

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Diese Dimension ist gekennzeichnet durch eine art der Objektivität, die sich mit Instrumenten messen lässt und damit vergleichbar macht.

Die erste Dimension: In der traditionellen japanischen Archtiektur, bezeichnet Ma die Abstände zwischen zwei Stützen der Holzkonstruktion. Es kann aber im Allgemeinen als Abstand, oder Zwischenraum zwischen zwei Objekten gesehen werden. Es entsteht eine Polarität.

Die zweite Dimension: Die zweite Dimension bezeichnet eine Fläche, nämlich die im traditionellen Wohnungsbau verwendeten Tatami Matten.

Die dritte Dimension:  kuukan bedeutet übersetzt Raum. Es setzt sich aus den Zeichen für leere/himmel und Zwischenraum zusammen. Es ist ein relativ neues Wort und repräsentiert das westliche Konzept eines dreidimensionalen Raumes und wurde in Japan im 18. Jahrhundert eingeführt. Die damalige Bedeutung hatte eher religiösen Charakter.

Die vierte Dimension: Jikan ist die Zeit als abstraktes Konzept. Wörtlich bezeichnet man damit die Zwischenzeit. Den Raum zwischen der Zeit an dem etwas eintritt.

 

Subjektive Dimension

Bild2Als Beispiel führe ich hier Ma ga warui an. Es bedeutet so viel wie ich fühle mich unwohl. Wörtlich lässt sich es als die Platzierung ist schlecht übersetzen. Man setzt das subjektive Empfinden in den Kontext des Raumes, oder in diesem Fall in den Zwischenraum. Interssant an diesem Beispiel ist die art der Anwendung. Es beschreibt nicht nur Gefühlszustände sondern ist auch eine ästhetische Beurteilung in der japanischen Kalligraphie. Die Platzierung des Objektes im Raum ist schlecht.

 

 

 

Die gesellschaftliche Dimension

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Ningen, der Mensch, wird nicht als Einzelperson beschrieben, sondern als eine art Polarität. Menschen werden über einen Zwischenraum gegenüber-und in Kontext zueinander gestellt.

Seken beschreibt die Welt, die Öffentlichkeit im Zwischenraum. Es setzt also voraus, dass es eine Klammer gibt, etwas das die Welt im Äußeren zusammenhält.

Auch das Wort Nakama, der Freund, der Kollege setzt eine Beziehung zwischen zwei Personen voraus. Eine Ebene auf der zwei oder mehrere Personen miteinander agieren und handeln können.

 

Methaphysische Dimension

Bild4Ma wird im Buddhismus verwendet um die Vorstellung von Leere auszudrücken. Diese leere ist rational nicht fassbar sondern setzt eine weitreichende  meditative Auseinandersetzung  voraus. Selbstverständlich ereicht man diese Art der Klarheit erst mit der Erleuchtung. Um dies zu erreichen kann man unter anderem Sutren lesen oder sich auf die “Leere” konzentrieren. Als Beispiel sei hier der Ryouanji Garten angeführt. Die Steine sind so angeordnet das nie alle sichtbar sind. Sie verschwinden sozusagen in der sichtbaren Leere. Existiert das Objekt nun obwohl es nicht sichtbar ist?